Hans-Peter Stock soll Oßwald-Nachfolger werden

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Freie Wähler im Kreis nominieren 51jährigen Bürgermeister aus Schöffengrund einstimmig für Wahl des Hauptamtlichen Kreisbeigeordneten

Gießen. Der 51jährige Bürgermeister von Schöffengrund im Lahn-Dill-Kreis, Hans-Peter Stock, soll ab Januar 2017 die Nachfolge des Hauptamtlichen Kreisbeigeordneten Dirk Oßwald antreten. Der geschäftsführende Vorstand und die Kreistagsfraktion der Freien Wähler nominierten den Diplom-Verwaltungs- und Betriebswirt am Mittwochabend in der Grünberger Gallushalle einstimmig, wie Oliver Meermann und Günther Semmler, die Vorsitzenden des Kreisverbandes und der Fraktion, in einer Pressemitteilung bekannt gaben. Oßwald hatte bereits im Herbst 2015 angekündigt, zum 1. Januar 2017 in den Vorstand der Lebenshilfe Gießen e.V. zu wechseln und ab 2018 dessen Vorsitz zu übernehmen.

Für Hans-Peter Stock habe man sich entschieden, weil er eine exzellente Ausbildung und langjährige Berufs- und Führungserfahrung im kommunalen Sektor vorweisen könne. Aber nicht nur das: Für Meermann und Semmler zählten im Auswahlverfahren auch weitere Aspekte: Dass Stock sich neben seinem Bürgermeisteramt stark ehrenamtlich engagiere, etwa als Präsident des Solmser Sängerbundes, als Vorstandsmitglied des Vereins „Menschen für Kinder" oder als Vorsitzender des Vereins Haus und Grund e.V. in Wetzlar, zeige sein soziales Engagement, seine Verwurzelung und Bodenständigkeit, die für eine Arbeit auch im Gießener Land eine gute Voraussetzung sei.

Hans-Peter Stock ist gebürtiger Braunfelser, verheiratet und Vater eines 16jährigen Sohnes. Nach Verwaltungsausbildung und berufsbegleitendem Verwaltungsstudium bei der Stadt Braunfels, arbeitete er (während der Flüchtlingswelle Mitte der neunziger Jahre) über sechs Jahre im Sozialamt der Stadt Gießen. Danach leitete er für drei Jahre die Finanzabteilung der Stadt Rosbach v. d. Höhe. Um seine Ausbildung im öffentlichen Bereich zu ergänzen um betriebswirtschaftliche Kompetenz, absolvierte von 1996-98 – ebenfalls berufsbegleitend – ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Koblenz. Zwischen 2003 und 2008 fungierte Stock dann als Finanzchef und büroleitender Beamter bei der Stadt Solms im Lahn-Dill-Kreis. Im November 2007 wählten ihn die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Schöffengrund erstmals zu ihrem Bürgermeister. In diesem Amt fungiert er seit Mai 2008 mit viel Elan und Einsatz. Seine Wiederwahl erfolgte im September 2013 – ohne Gegenkandidat und mit über 83% Zustimmung der Wählerinnen und Wähler.

Der Schwerpunkt seiner Arbeit im Schöffengrunder Rathaus sieht Stock dabei vor allem in der Entwicklung einer vorbildlichen sozialen Infrastruktur. Unter seiner Führung sei nicht nur die Kinderbetreuung deutlich über das vorgegebene Maß hinaus ausgebaut worden. Die gemeindliche Sozialstation sei in öffentlicher Trägerschaft reorganisiert worden, habe die Patientenzahl vervierfacht und das Angebot um eine Tagespflege für Senioren erweitert. Der lange Zeit defizitäre Haushalt der Gemeinde sei inzwischen ausgeglichen und – ihm besonders wichtig – das Klima in den kommunalen Gremien freundschaftlich-kollegial – man kooperiere in der Sache und fasse zumeist einstimmige Beschlüsse.

Als nebenamtlicher Dozent unterrichtet Stock zudem seit vielen Jahren in der Aus- und Fortbildung sowie Weiterqualifizierung von Verwaltungsfachkräften beim Hessischen Verwaltungsschulverband in Gießen und bei der Hochschule für Polizei und Verwaltung in Wiesbaden.

Am gestrigen Donnerstag stellten die Freien Wähler ihren Kandidaten für die Wahl im Kreistag den Spitzen der alten und neuen Koalition von SPD und Grünen vor. Landrätin Anita Schneider (SPD) hatten die Freien Wähler den potentiellen Kollegen in der Verwaltungsspitze aus terminlichen Gründen bereits am Mittwoch vorgestellt. Das weitere Procedere ist zunächst von formalen Abläufen geprägt: Der Wahlvorbereitungsausschuss wird am 29. Juni die öffentliche Ausschreibung der Stelle vorbereiten und einleiten. Im Sommer dann können sich Bewerber um die für eine Wahlzeit von sechs Jahren auszuschreibende Stelle bewerben. Danach entscheidet der Kreistag – voraussichtlich im November – über den vom Wahlvorbereitungsausschuss empfohlenen Bewerber. Nach Wahl und Vereidigung soll der Oßwald-Nachfolger am 1. Januar seinen Dienst in der Kreisverwaltung am Riversplatz antreten.
Gemäß Vereinbarung der neuen Koalition soll der Hauptamtliche Kreisbeigeordnete von Landrätin Anita Schneider mit den Aufgaben des Jugend- und Sozialdezernats, den Bereichen Gesundheit, Veterinärwesen, Verbraucherschutz und der Abfallwirtschaft betraut werden. Und damit Verantwortung übernehmen für über 400 Mitarbeiter in Kreisverwaltung und zum Dezernat gehörenden verbundenen Unternehmen. Für die Freien Wähler eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, „die extrem nah an den täglichen Bedürfnissen der 255.000 Kreisbürger ist", wie Semmler besonders mit Blick auf die Entsorgungsbranche, das Jugendamt oder den öffentlichen Gesundheitsdienst und Verbraucherschutz betonte. Mit Stock als zuständigem Fachdezernenten wolle man in der Tradition von dessen FW-Vorgängern Bruno Arnold (1999-2003), Stefan Becker (2003-2009) und Dirk Oßwald (2009-2016) für Kontinuität und Verlässlichkeit in Kreispolitik und Kreisverwaltung, für hohe Fachlichkeit und rein an der Sache orientierte Politik stehen. Das gelte etwa für Stabilität bei den Abfallgebühren ebenso wie für den von seinen Vorgängern begonnenen Ausbau der Sozialarbeit an Schulen bis hin zur weiteren Sicherung der ärztlichen Versorgung auf dem Land.

In den nächsten Wochen will der Kandidat der Freien Wähler aber erst einmal auf Vorstellungstour gehen: bei den Fraktionen und Gruppen im Kreistag ebenso wie bei den FW-Ortsverbänden im Landkreis.

 

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