Freie Wähler wappnen sich mit Doppik-Veranstaltung für Haushaltsberatungen in den Kommunen

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Ziele und Kennzahlen sollen der Politik als Steuerungsinstrument dienen

(Gießen) In einer vom Kreisverband der Freien Wähler Gießen organisierten Doppik-Veranstaltung bekamen Mitglieder Einblicke in das „neue“ Planungs-, Rechnungs- und Steuerungskonzept, doppelte Buchführung, vermittelt. Teilnehmer der Ortsverbände Linden, Pohlheim, Grünberg, Fernwald, Heuchelheim, Staufenberg, Wettenberg, Biebertal und Hungen waren hierzu in die Kreisgeschäftsstelle gekommen.
In der 2,5 stündigen Veranstaltung führte Hans-Otto Gerhard, hauptberuflicher Leiter der Stabsstelle Controlling beim Landkreis Gießen, in die Feinheiten der doppelten Buchführung ein. Dabei erklärte Gerhard den ehrenamtlichen Politikern an welchen Stellschrauben sie in den Haushaltsberatungen drehen könnten. „Die Stadtverordnetenversammlung oder die Gemeindevertretung muss vorgeben was gemacht werden soll, die Verwaltung sagt dann, wie es umgesetzt werden kann“, so Gerhard.
Die gut besuchte Veranstaltung wurde vom Kreisverband für alle interessierten Mitglieder der Freien Wähler aller Kommunen im Landkreis organisiert. Gekommen waren rund 20 Personen, die anhand von Beispielen und Gesetzesvorgaben die Regeln der doppelten Buchführung erläutert bekamen.
Beim Thema Ziele und Kennzahlen wurde es unruhig im Raum, denn bisher gibt es diese nur in den wenigsten Haushaltsplänen der Kommunen. Hans-Otto Gerhard beruhigte und meinte, es sei aus eigener Erfahrung schwierig, aussagekräftige Ziele und Kennzahlen zu erstellen. Dennoch müsse das Ziel sein, diese für die Teilergebnishaushalte zu erstellen, auch wenn es nur in kleinen Schritten vorwärts ginge. Der Landkreis Gießen habe in den letzten Jahren rund 40 Prozent seiner Produkte mit Kennzahlen nach den Vorgaben der „Balanced Scorecard“ versehen, mit der Perspektive diese kontinuierlich zu überarbeiten und auf den gesamten Haushalt auszuweiten. Der Landkreis Gießen nehme somit eine Vorreiterrolle in Hessen ein.
Ziel der doppelten Buchführung sei es, anhand von Grund- und Strukturdaten Ziele für den Haushalt und die Kommune zu erarbeiten und nicht auf die 150 Euro Reisekosten zu schauen. „Ziel der Doppik ist es, politisch zu entscheiden, welche Standards und Wege eingehalten und gegangen werden sollen und nicht über jeden Euro einzeln zu diskutieren“, betonte Gerhard.
Neben den Zielen und Kennzahlen sei die Bilanz ein weiterer Faktor, der den Parlamentariern eine Steuerungsmöglichkeit verschafft. Die Bilanz zeigt, wie es wirklich um die Kommune steht.

Zum Abschluss dankte Claudia Zecher im Namen des Kreisverbandes Hans-Otto Gerhard und den anwesenden Freien Wählern für den informativen Abend und wünschte für die Haushaltsberatungen in den Kommunen gutes Gelingen.

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Bildunterschrift
Fit für kommende Haushaltberatungen: Mitglieder der Freien Wähler aus Stadt und Landkreis Gießen und Hans-Otto Gerhard (hinten mi.) während ihrer Doppikschulung.

 

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